Klettern, Schaukeln, Hangeln, Balancieren – alles was man in einem Dschungel so machen kann, ist jetzt auch am Rande des Frankenberger Viertels möglich: Der neu gestaltete Spielplatz an der Beverstraße ist nun der „Spielplatz im Dschungel“, das ist nicht nur bei den Spielgeräten, sondern auch auf den Mauern, die die Spielfläche umgeben, gut zu sehen. „Der Spielplatz liegt in einem innerstädtischen Viertel, einem Umfeld, in dem viele Kinder und ihre Familien wohnen, aber in dem freie Flächen zum Spielen rar gesät sind. Umso dringlicher war die Neugestaltung: Er stand auf der Prioritätenliste des städtischen Spielplatzkonzepts deshalb auch auf dem ersten Platz“, freute sich Heiko Thomas, dass er den Spielplatz nun offiziell eröffnen konnte – gemeinsam mit mehr als 150 Gästen. Als Beigeordneter für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude ist er auch für die Grünflächengestaltung im Fachbereich Klima und Umwelt zuständig.

Stephanie Laufenberg, zuständige Planerin im Fachbereich Klima und Umwelt, beschreibt die Ausgangslage kurz und knapp: „Wir haben das Gelände aus dem Dornröschenschlaf geweckt.“ Und das nicht nur im übertragenen Sinn: „Das Areal war zum Teil komplett zu gewuchert“, so Laufenberg. Der eigentliche Startschuss für die Neugestaltung des etwas versteckten Areals mitten im Kronprinzenquartier, dass durch einen Fußweg zwischen zwei Häusern an der Beverstraße 13 zu erreichen ist, fiel im Mai 2022 mit einer Kinder- und Bürger*innenbeteiligung. Familien und Kinder aus dem Umfeld waren eingeladen, ihre Wünsche und Ideen einzubringen – seit Jahren bei jeder Um- und Neugestaltung eines Spielplatzes ein wichtiger Bestandteil des Planungsprozesses.

Renate Prömpeler, die diese Beteiligungsformate für den Fachbereich Kinder, Jugend und Schule organisiert: „Die Beteiligung war grandios.“ Im Vorfeld hatten zum Beispiel die Kinder der benachbarten KiTa „Mittendrin“ Bilder gemalt und waren zum Termin gekommen. Es gab eine Umfrage, Schulen aus dem Umfeld und Familien wurden mit Aushängen informiert und eingeladen, bei der Neugestaltung mit zu machen. „Auffällig viele Familien mit Kindern mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen waren vor Ort. Es wurden Wünsche geäußert, das Spielen auch für diese Kinder zu ermöglichen“, erinnert sich Prömpeler. Für Planerin Laufenberg ein wichtiger Hinweis, die ersten Ideen und Entwürfe noch einmal anzupacken und noch mehr inklusive Spielmöglichkeiten zu schaffen.

Bänke und Picknicktische: Treffpunkt für Jung und Alt
Hauptattraktion ist die große, zentrale Spiel- und Kletteranlage „Dschungel“, an der unter anderem geklettert, balanciert und geturnt werden kann. Im oberen Bereich des Spielplatzes befinden sich noch eine Schaukel, eine Tampenschaukel, ein Trampolin, ein Karussell, auf dem auch Kinder mit Beeinträchtigung mitfahren können, und Balanciersteine unter einer wunderschönen alten Linde. Im Schatten der Linde wurden Picknicktische und Bänke aufgestellt, einzelne Bänke, laden dazu ein in der Sonne zu verweilen. Wunsch der Bürger*innen war es, einen Treffpunkt für Jung und Alt zu schaffen. Eine alte Mauer erhielt eine Öffnung, durch die man über eine Rutsche in den unteren Bereich des Spielplatzes gelangt. Dort lädt zusätzlich noch ein Balancier-/Kletterdschungel ein, bei dem die Kinder zu Jane und Tarzan werden. Der gesamte Fallschutz unter den Spielgeräten besteht aus orangenem Teppichbelag, der es Kindern mit Rollstühlen ermöglicht, die Geräte anfahren zu können – auf Sand nicht machbar. Ein gemeinsames Spiel ist somit für alle zusammen möglich.

Im unteren Teil wurde eine FLIP-Wiese, also eine ideale Blumenwiese für heimische Insekten, angelegt (www.aachen.de/flip). Der bereits bestehende Baumbestand erhielt noch zusätzlich fünf hochstämmige Bäume als Schattenspender. Der Eingangsbereich wurde mit Bambus, Gräsern und Stauden besonders einladend gestaltet.

Abgerundet wird der „Dschungel“ durch bunt bemalte Wände rund um das Gelände mit Blumen, Palmen, Lianen, Affen, Schlangen, Schmetterlingen, Libellen oder anderem Gesträuch und Getier. Diese sind in Kooperation mit dem Kunst- und Jugendprojekt „Kunst im Viertel“ entstanden, das vom Programm „Oecher Mehrwert“ unterstützt wird. Jugendliche aus den Schulen des Schulverbands Aachen-Ost, Aachener Graffitikünstlerinnen und Künstlerinnen der Bleiberger Fabrik haben hier gemeinsam ein Farbexplosion gestaltet. Nach der Planung und dem rund sechsmonatigen kompletten Umbau des Spielplatzes durch den Garten- und Landschaftsbauer RTG Rheinland, der Installation der Beleuchtung und der Sanierung der alten Mauern, ist für rund 415.000 Euro mitten in einem städtischen Wohnviertel eine wahre Spieloase entstanden.

Das fertige Ergebnis kam bei Eltern und vor allem den Kindern großartig an. Heinrich Brötz, Beigeordneter der Stadt für Bildung, Jugend und Kultur: „Der Spielplatz ist ein Musterbeispiel für eine gelungene dezernats- und fachbereichsübergreifende Kooperation – mit einem tollen Ergebnis für Kinder, Familien und Nachbarschaft.“

Foto © Stadt Aachen/Andreas Herrmann