Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Armin Laschet und Aachens Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons haben den Karlspreisträger 2026 bekanntgeben.

Es ist Mario Draghi, der ehemalige Ministerpräsident von Italien und ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Wie kein anderer steht der 78-jährige für die wirtschaftliche Stärkung Europas und sein nach ihm benannter Draghi-Report von 2024 für die notwendige Strategie, um Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Stabilität auf dem Kontinent zu gewährleisten. In Würdigung seiner aktuellen Impulse und seines herausragenden Lebenswerkes im Dienste dieses zentralen Anliegens sowie in Anerkennung seiner historischen Verdienste um Erhalt, Festigung und Weiterentwicklung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion als einem unverzichtbaren Kernstück der Integration ehrt das Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen im Jahr 2026 den vormaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Ministerpräsidenten a.D. der Italienischen Republik, Professor Mario Draghi, heißt es in der Begründung des Direktoriums.

Mit Prof. Mario Draghi ehrt das Karlspreisdirektorium eine Persönlichkeit, die zielgerichtet und mit unerschütterlicher Entschlossenheit Großes für Europa geleistet hat: die Rettung des Euro, die Stabilisierung seines Heimatlandes in schwerster Krise und nun die Formulierung einer Zukunftsagenda für den ganzen Kontinent. Die Auszeichnung seiner herausragenden Lebensleistung ist daher weit mehr als eine Würdigung der Vergangenheit. Sie ist eine Bekräftigung der existenziellen Bedeutung seines jüngsten Weckrufs und zugleich eine Aufforderung für alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte in Europa, seine Analyse ernst zu nehmen und jetzt selbst mutig zu entscheiden und zu handeln. Die Verleihung des Karlspreises 2026 an Mario Draghi ist somit ein bewusst gesetztes Zeichen für die dringend notwendige Prioritätensetzung: Europa muss seine wirtschaftliche Stärke erneuern, um seine Zukunft selbstbestimmt gestalten zu können.

Kurzprofil

Professor Mario Draghi

(geb. 03.09.1947 in Rom), Ökonom und Staatsmann.

  • Wichtigste Ämter: Präsident der Europäischen Zentralbank (2011–2019), Ministerpräsident Italiens (2021–2022).
  • Karriereweg: Promotion am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Professuren in Italien. Spätere Stationen umfassen: Executive Director der Weltbank, Generaldirektor im ital. Schatzministerium, Vice Chairman Goldman Sachs International und Gouverneur der Banca d’Italia.
  • Herausragende Verdienste: Maßgebliche Stabilisierung der Eurozone während der Finanzkrise; wegweisender Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU (2024).
  • Anerkennung: Träger zahlreicher hochrangiger internationaler Auszeichnungen.

Über den Internationalen Karlspreis zu Aachen

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Er wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), François Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Papst Franziskus (2016), der französische Staatspräsident Emmanuel Macron (2018) und UN-Generalsekretär António Guterres (2019). Im Jahr 2022 wurden die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo mit dem Preis ausgezeichnet, 2023 der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk sowie 2024 Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschafften in Europa. Im letzten Jahr erhielt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, den Karlspreis.

Verliehen wird neben einer Urkunde auch eine Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger oder die jeweilige Preisträgerin zeigt.

Seit 2025 vergibt der Internationale Karlspreis zu Aachen jährlich ein Projektpreisgeld von einer Million Euro an gemeinnützige pro-europäische Initiativen. Die Förderung – ermöglicht durch die gemeinnützige Stiftung der Aachener Bürger und Unternehmer Dr. Ing. Eckhard Schulz und Dr. rer. nat. Stefanie Schäfer-Schulz – erfolgt auf Vorschlag der jeweiligen Karlspreisträgerinnen und -träger. Ziel ist es, proeuropäisches Engagement zu stärken, gemeinsame Werte zu betonen und die europäische Idee über Aachen hinaus sichtbar zu machen, indem neue wie bereits laufende Projekte europaweit wirksam unterstützt werden.

Foto © TOP AACHEN: Mario Draghi in Aachen (Foto aus 2018).