Mit der dreitägigen Roskirmes begeisterte der Verein Streuengelchen von de Rues das Publikum im Jakobsviertel. Seit 1705 besteht die Tradition dieses kleinen Volksfestes rund um das Roskapellchen, das tief im Aachener Brauchtum verwurzelt ist. Streuengelchen war in diesem Jahr die vierjährige Jane Kroll. Zum Kirmesauftakt wurde sie im Beisein von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen feierlich proklamiert. Danach ging es mit einer Kutsche im musikalisch begleiteten Festzug entlang der geschmückten Rossstraße und durch das Viertel.

Die historische Streuengelchenfigur, die in diesem Sommer im Stadtmuseum Centre Charlemagne in der Ausstellung „Der Bend ist auf! Jahrmärkte in Geschichte und Gegenwart“ zu sehen ist, kehrte für das Wochenende zurück in die Heimat.


Am ersten Kirmesabend ging es nicht nur angesichts des sehr warmen Sommerabends heiß her: Die Live-Musik ist ein wichtiger Bestandteil der Kirmes. Stimmungssänger Hubert Aretz, die Öcher Stadtmusikanten und „Mr. Konfetti“ Dr. Kurt Christ unterhielten das Publikum fantastisch. Jung und Alt feierten noch fröhlich bis in den späten Abend hinein. Der Sonntag startete mit der traditionellen Messe in ökumenischer Form. Die anschließende Öcher Platt Veranstaltung war bestens besucht. Nach einer durch den Starkregen bedingten Pause ging es am Abend mit den Oecher Stallburschen und den Oecher Troubadoure fröhlich weiter.

Am Montagnachmittag ließ Jane die Bonbons regnen, sehr zur Freude aller Kinder auf der Ros. Am Abend überraschten der designierte Aachener Prinz Thomas IV. Muckel und sein Hofstaat die Rosianer mit drei tollen Liedern.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vereins Streuengelchen von de Rues, Detlef Houben, verabschiedeten sie das Streuengelchen 2023 Jane gebührend. Premiere auf der Ros hatten danach zum Ausklang Stimmungssänger in Jenny Oschmann und der Öcher Ötzi. Um Punkt hieß es dann traditionellen zu den Klängen von „Sierra Madre“ und im Lichterschein der Wunderkerzen: „Zapfenstreich!“.

Die Engelpuppe, die im Blickpunkt der Roskirmes steht, ist mittlerweile in die Ausstellung im Centre Charlemagne zurückgekehrt. Hier ist sie noch bis zum 20. August zu sehen.

Fotos © TOP AACHEN