Das Kulturhaus Barockfabrik ist ein Haus der kulturellen Vielfalt, Kooperation und Bildung und bietet verschiedenen Mietern eine Heimat. Unter dem Dach des Kulturhauses Barockfabrik befinden sich neben der Stadtpuppenbühne Öcher Schängche e.V. folgende weitere Vereine: ARTbewegt e.V., EuregioKultur e.V., Theaterschule Aachen e.V., Literaturbüro in der Euregio Maas-Rhein e.V. und das Archiv vom FestAusschuss Aachener Karneval e.V. sowie die Volkshochschule Aachen. Das Kulturhaus Barockfabrik versteht sich als Ort, an dem neben den Programmen der einzelnen Mieter gemeinsame Projekte für unterschiedlichste Zielgruppen entwickelt werden – ganz im Sinne einer Ideenschmiede. Diese feiert jetzt ihr einjähriges Bestehen unter neuer Nutzung mit einer Reihe von ganz besonderen Veranstaltungen.

„Erst im Juni 2018 haben wir bei bestem Wetter und mit großem Zuspruch des Publikums die Barockfabrik „neu“ eröffnet. Dabei wurde ein Programm von all den Nutzern der Barockfabrik entwickelt, das sich sehen lassen konnte und das breite Spektrum der Angebote abbildete. Die ambitionierten Nutzer der Barockfabrik haben für das Jahr 2019 wieder ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen, welches im Geburtshaus von Walter Hasenclever, der heutigen Barockfabrik und im Ludwig Forum zu sehen sein wird“, freut sich Irit Tirtey, Kaufmännische Geschäftsführerin des Kulturbetriebs.

Theater, Tanz und Lesungen

„Tacheles – Jüdisches Leben damals und heute“ heißt das Ergebnis, auf das alle Beteiligten sehr stolz sind. „Das Kulturhaus Barockfabrik redet mit der Veranstaltungsreihe „Tacheles” Klartext. In ihrer ersten Kooperation arbeiten die Nutzer von der Theaterschule Aachen, der Volkshochschule Aachen, ARTbewegt und dem Literaturbüro in der Euregio Maas-Rhein die Historie auf. Ausgangspunkt ist der Umgang mit ethnischer und religiöser Zugehörigkeit im Deutschland der 30er Jahre“, beschreibt Irit Tirety die Idee von „Tacheles“. Unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchten die Nutzer die immer noch aktuelle gesellschaftspolitische Thematik von verschiedenen Seiten. Das Publikum erwartet Theater, Tanz und Lesungen.

„Das alles ist ganz im Sinne der Idee, wonach gemeinsame Projekte für unterschiedlichste Zielgruppen in der Barockfabrik entwickelt werden und auch an anderen Orten gezeigt werden können. Im Laufe des Jahres wird auch der Festausschuss Aachener Karneval seine Räumlichkeiten in der vierten Etage neu präsentieren. Darauf kann man gespannt sein. Für die Zukunft der Barockfabrik wünschen wir uns weitere gemeinsame Projekte, die die Stadtbevölkerung erreichen. Wir, der Kulturbetrieb leisten mit Unterstützung der politischen Vertreterinnen und Vertreter im Rat der Stadt die nötige Unterstützung“, betont Irit Tirtey.

Premiere von „Ghetto“

Die Theaterschule Aachen freut sich auf die Premiere von „Ghetto“ (siehe Foto) am Freitag 14. Juni, um 19 Uhr. Weitere Aufführungen des Schauspiels „Ghetto“ mit Musik von Joshua Sobol gibt es am Samstag, 15. Juni, um 19.30 Uhr, am Sonntag, 16. Juni, um 18.30 Uhr sowie am Samstag, 22. Juni, um 19.30 Uhr im Space des Ludwig Forums Aachen.
„Die Handlung spielt 1942 im jüdischen Ghetto von Wilna. Jakob Gens, Chef der jüdischen Ghettopolizei, arrangiert sich mit dem SS-Führer Bruno Kittel. Sein Motto lautet „Arbeiten, um zu überleben.“ Um die Moral und den Lebenswillen der Juden zu stärken, will Gens ein Theater im Ghetto gründen. Er stößt auf Protest unter den Ghettobewohnern: „Auf dem Friedhof spielt man kein Theater!“, erklärt Regisseur Roman Kohnle.

Historie der Barockfabrik: Geburtsstätte Walter Hasenclevers – Tuchfabrik – Kulturhaus

Das Fabrikgebäude am Löhergraben 22, in dem zuletzt eine Tuchfabrik untergebracht war, ist seit 1975 in städtischem Besitz. Ende 1977 gründete sich die Initiative „Barockfabrik“ – ein Zusammenschluss aus acht Künstlergruppen, die sich die Barockfabrik als Künstler- und Bürgerhaus wünschten. 1993 beschloss der Kulturausschuss der Stadt Aachen ein neues Nutzungs-konzept für die Barockfabrik mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendkultur. Hieraus entstand im Jahr 2007 das „Zentrum für Kinder- und Jugendkultur“ in städtischer Trägerschaft, das bis 2017 bestand. Nach Beschluss des Betriebsausschusses Kultur vom November 2017 sind seit Beginn des Jahres 2018 nun neben der Stadtpuppenbühne Öcher Schängche die Vereine Theaterschule Aachen, das Literaturbüro in der Euregio Maas-Rhein, EuregioKultur, ARTbewegt, FestAusschuss Aachener Karneval sowie die Volks-hochschule und als Gastronomie das Café Couleur im Hause ansässig. Gemeinsames Ziel ist, in der Innenstadt ein Haus der kulturellen Vielfalt, Kooperation und Bildung zu etablieren. Bekannt ist die Adresse der Barockfabrik zudem als die Geburtsstätte von Walter Hasenclever. Der jüdische Schriftsteller wurde 1890 als Sohn des Mediziners Carl Georg Hasenclever und dessen Frau Mathilde Anna, einer Tochter der Tuchfabrikantenfamilie Reiss, geboren. Ihm zu Ehren wurde in Aachen 1996 die Walter-Hasenclever-Gesellschaft gegründet, die alle zwei Jahre den Walter-Hasenclever-Literaturpreis verleiht.

Programmüberblick
„Kulturhaus Barockfabrik redet Tacheles – Jüdisches Leben heute und damals

  1. bis 22. Juni 2019

• Freitag, 14. Juni, um 19 Uhr „Ghetto“ Premiere im Space, Ludwig Forum Aachen
• Samstag, 15. Juni, um 19.30 Uhr „Ghetto“ im Space, Ludwig Forum Aachen
• Sonntag, 16. Juni, um 18.30 Uhr „Ghetto“ im Space, Ludwig Forum Aachen
• Mittwoch, 19. Juni, um 19 Uhr Lesebühne – Szenische Lesungen in der Mulde, Ludwig Forum Aachen
• Donnerstag, 20. Juni, Jiddischer Abend um 19 Uhr in der Mulde, Ludwig Forum Aachen
• Freitag, 21. Juni, um 19 Uhr, „#(no)FILTER“ – Tanztheater im Space, Ludwig Forum Aachen
• Samstag, 22. Juni, um 19.30 Uhr „Ghetto“ im Space, Ludwig Forum Aachen

Eine Eintrittskarte zu einer Veranstaltung der „Tacheles“-Reihe berechtigt am selben Tag zum Besuch des Ludwig Forums mit der aktuellen Schau „Lust der Täuschung“. Die Öffnungszeiten des Museums sind an diesen Tagen verlängert.

Kartenvorverkauf online unter www.reservix.de, bei der Theaterschule Aachen unter Telefon 0241/4450645 und E-Mail: post@theaterschule-aachen.de sowie beim Kulturbetrieb der Stadt Aachen unter Telefon 0241/4324909 und beim Kulturservice unter Telefon 0241 432-4920.

Infos unter www.barockfabrik-aachen.de.